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Königshaus und Messehofpassage

Ja, es stimmt: Leipzig hat ein Labyrinth aus Passagen. Das dichteste Geflecht von Durchgängen und Passagen ist in unmittelbarer Nähe zum Neumarkt, der Petersstraße und der Grimmaische Straße zu finden. Hier wird aus Mädler-, Messehof- und Königshauspassage eine imposante, überdachte Einkaufsstadt.
Königshaus und Messehof, separate Bauten in unterschiedlichen Baustilen, vereint die Mustermesse. Im 20. Jahrhundert dienten beide als Messehäuser. Ihr kulturhistorischer Stellenwert differenziert dagegen wesentlich.

Königshaus

An der Südseite des Leipziger Marktes steht eines der außergewöhnlichsten Messehäuser. Während der Renaissance errichtet, erlangt es unter dem finanzstarken Kaufmann Apel seine wahre Blüte. Doch ehe prominenter Besuch im Königshaus logiert, verordnet der Großhändler Apel 1706/07 dem Gebäude einen standesgemäßen Umbau. Danach erstrahlt es ganz im Barock, nur die Kreuzgewölbe im Erdgeschoss erinnern an frühere Zeiten.

Bis 1900 beherbergt das Haus illustre Gäste: August der Starke, König von Polen und sächsischer Kurfürst wohnt hier während seiner Messeaufenthalte, Zar Peter der Große ebenso. 1760 quartiert sich Preußens König Friedrich der Große ein, 1813 trifft Sachsens König Friedrich August I. hier auf den französischen Kaiser Napoléon Bonaparte.

Auf Initiative des Königlich Sächsischen Exportvereins wird 1904 das Gästedomizil zum Geschäftshaus umgestaltet. Mit dem Abriss aller Seiten- und Nebengelasse ergibt sich ein großzügiges Ausstellungsgebäude. Die prächtige Außenansicht sowie die Stuckdecken innen bestehen fort. 1932 öffnet man das Königshaus zur Peterstraße hin, 1963 folgt der Durchgang zur Messehofpassage.

Messehof

Dieser Messehaus-Neubau erfolgt ganz unter der Regie der DDR. Mit dem Messehof investiert man in die Handelsmetropole Leipzig und stärkt den Standort. Pünktlich zur Herbstmesse 1950 wird das sechsstöckige Mustermessehaus freigegeben. Nahrungs- und Genussmittelindustrie präsentieren auf fast 10.000 Quadratmetern ihre Neuheiten.

Der Komplex wirkt durch seine quadratische Halle, in deren Blickfang eine helle Marmorsäule ist. Vier lebensgroße „Werktätige“ (Bergmann, Bauer, Spinnerin, Geisteswissenschaftler) bilden den Stiel eines überdimensionalen Pilzes.
1961-1963 wurde der Messehof an Mädler-, Messehaus- und Königshauspassage angebunden. Seit 1994 führt ein Ausläufer zur Preußergasse.

Shoppingvielfalt

Königshaus- und Messehofpassage sind wie die benachbarte Mädler-Passage ein Augenschmaus. Hier wird Shoppen fast zur Nebensache, denn durch das gediegene Ambiente entdecken Sie ständig neue Details. Lassen Sie sich überraschen von dekorativen Schaufenstern kleiner, exquisiter Geschäfte, reizvollen Lokalen und der stattlichen Architektur. Sofern Sie erlesene Accessoires, ausgewählte Mitbringsel oder individuelle Nettigkeiten suchen, werden Sie an Ort und Stelle fündig.

Ein „Tässchen Heeßen“ (Kaffee) und die berühmte Leipziger Lerche genießen Sie am besten im Darboven Coffeeshop oder der Alfredo Esspressobar.

Adresse

  • Königshaus: Markt 17
  • Messehof: Petersstraße 15 / Neumarkt 16-18

Beide Häuser nebst Passagensystem liegen zentral in der Innenstadt. Wenige Minuten Fußweg führen zu folgenden Haltestellen:

  • Markt (Bus 89)
  • Goerdelerring
  • Neues Rathaus
  • Wilhelm-Leuschner-Platz
  • Augustusplatz

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der angegebenen Daten übernehmen wir keinerlei Gewähr.

Letzte Aktualisierung: 2010-12-17

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